Was ist eigentlich Meditation?

Was ist eigentlich Meditation?

Woran denkst du beim Wort Meditation?

Vielleicht an Mönche in rot-orangfarbenen Kutten im fernen Indien? Oder an buddhistische Klöster in den hohen Bergen des Himalaya? Oder an scheinbar verknotet und regungslos sitzende Yogis, die in einer Berghöhle leben?

Meditierender in Varanasi (Indien)

Oft verbinden wir etwas sehr exotisches und mystisches mit dem Wort Meditation, vielleicht ja sogar verbunden mit dem Gedanken: „Das ist bestimmt nichts für mich!“.

Aber was wäre, wenn hinter diesem Wort etwas steckt, von dem jeder von uns enorm profitieren kann?

Lass uns doch einmal den Vorhang heben und etwas Licht ins Dunkle bringen.

Meditation – Eine Definitionsfrage

Es gibt keine allgemeingültige Definition für die Meditation. Vielmehr ist das Wort ein Oberbegriff für eine Vielzahl unterschiedlicher Methoden der Geistesschulung. Der menschliche Geist beschreibt dabei die Gruppe der kognitiven psychischen Prozesse, welche Funktionen wie die Wahrnehmung, das Gedächtnis, das logische Schlussfolgern, usw. umfassen.

Meditation ist genau genommen ein Zustand, welchen du durch die Ausführung unterschiedlicher Meditationstechniken erfahren kannst.

Eine ziemlich schwammige Beschreibung, ich weiß 😉

Deshalb wollen wir uns anschauen, was das Wort denn eigentlich bedeutet und woher es kommt.

Das Wort Meditation stammt von den lateinischen Worten medias (Mitte) und meditatio (Nachsinnen/Nachdenken über etwas). Meditation kann demnach etwas sein, worüber wir durch Nachsinnen zu unserer Mitte finden.

Um allerdings die wirkliche Bedeutung des Wortes Meditation zu verstehen, lohnt sich ein Blick nach Tibet und nach Indien, wo die Meditation als zentrale Praxis im Buddhismus bzw. Hinduismus eingebunden ist.

Das tibetische Wort für Meditation bedeutet „vertraut werden mit“. Wir können uns demnach durch Meditation mit uns selbst vertraut machen, uns selbst betrachten um uns schließlich selbst zu erkennen und zu entfalten.

Im indischen Sanskrit bedeutet „meditieren“ übersetzt „das Selbst zu kultivieren“.

Ein schöner und sehr passender Metapher für die Meditation, da man ja zum Beispiel auch einen Garten kultiviert. Dabei bereiten wir zunächst den Boden vor und säen dann neue Samen aus. Anschließend gießen, hegen und pflegen wir die heranwachsenden Pflanzen. Insbesondere in der Anfangsphase bedarf es hier etwas Geduld, denn die erste Zeit entwickeln sich die Pflanzen für uns nur unsichtbar unter der Oberfläche.

Aber die Samen keimen und die Pflanzen entwickeln sich, auch wenn das für uns nicht direkt sichtbar ist. Schließlich erreichen die Triebe die Erdoberfläche. Dann sind sie den äußeren Einflüssen noch stärker ausgesetzt. Manchmal benötigen die heranwachsenden Pflanzen dann auch etwas Unterstützung. Beispielsweise in Form einer Schnur an der sie entlang wachsen können und die ihnen die Richtung vorgibt. Wir investieren viel Zeit in unseren Garten, pflegen das Gute und entfernen das Unkraut. Und wenn wir das kontinuierlich tun, dann können wir schließlich die Ernte einfahren und werden erkennen, dass sich der Aufwand gelohnt hat.

Den „inneren Garten“ kultivieren.

Regelmäßigkeit zeigt Wirkung

Meditation ist mit Sicherheit keine Wunderpille die sofort wirkt. Meditation kann vielmehr ein neuer Weg in deinem Leben sein, ein Weg auf dem es viel zu entdecken gibt, wenn du deine Augen dafür öffnest und dich vor allem selbst für diese neue Erfahrung öffnest.

Du wirst die Wirkungen der Meditation in deinem Alltag spüren, aber eben nicht sofort, sondern kontinuierlich und durch regelmäßige Praxis.

Denke einmal daran zurück wie du Auto fahren gelernt hast. Am Anfang war es nahezu unvorstellbar zu kuppeln, zu schalten, zu bremsen, zu blinken und dabei auch noch die Verkehrszeichen zu beachten oder? Alles war neu und es gab viel zu lernen. Viele kleine Schritte und regelmäßige Übung führten aber dazu, dass dir das alles mit der Zeit immer leichter von der Hand ging. Und wie ist es heute? Wenn du morgens zur Arbeit fährst, denkst du dann einmal bewusst daran wann du kuppelst, bremst, blinkst? Erinnerst du dich überhaupt an die Fahrt, wenn du angekommen bist?

Das geschieht plötzlich alles wie von allein, vergleichbar mit dem Autopilotsystem in einem Flugzeug. Du denkst nicht mehr darüber nach, dass du fährst, sondern du fährst einfach. Und alles nur durch Übung und ständige Wiederholung.

So ist Mediation auch ein fortlaufender Prozess, etwas Neues, dass du lernen und nach und nach in deinen Alltag integrieren kannst.

Es gibt mal nichts zu erreichen

Das wahrscheinlich Wundervollste an der Meditation ist, dass es eine der wenigen, wenn nicht gar die einzige Beschäftigung ist, bei der es mal nicht darum geht etwas zu erreichen. Die positiven Wirkungen stellen sich bei regelmäßiger Übung mit der Zeit von ganz allein ein.

In der Meditation bist du frei. Du bist in diesem Moment nicht mehr Sklave deiner Vergangenheit oder deiner Zukunft, sondern kannst einfach sein.

Wenn du dich hinsetzt und die Augen schließt, kannst du in dieses Sein eintauchen. Du kannst dich für einen Moment von deinen Sinnen und der Außenwelt abkoppeln und in den gegenwärtigen Moment eintauchen. In diesem Moment lässt du dich nicht mehr von deinen Bedürfnissen und deinem Verlangen leiten. Du beobachtest nur deinen Körper und deinen Geist, ohne in die Erfahrungen einzugreifen, Gedanken zu manipulieren oder zu unterdrücken. Vielmehr bist du vollkommen aufmerksam für das was gerade geschieht.

Das Ziel von Meditation besteht daher nicht darin etwas außergewöhnliches zu erfahren oder irgendwo anders hinzugelangen, sondern dort wo du bist zu sein, vollständig und ganz zu sein.

Wir alle sind in unserem tiefsten Inneren bereits vollkommen, wir müssen es „nur“ (wieder)entdecken und es „einfach“ sein. Meditation öffnet dir die Tür zu diesen inneren Erfahrungen des Ganz-Seins.

Meditation ist sozusagen aktives Nicht-Tun (nicht zu verwechseln mit Nichts-Tun). Dabei schaffst du dir sozusagen eine Insel des Seins im Ozean des Tuns.

Der Zustand der Entspannung entsteht dann ganz von allein als Nebenprodukt der Meditation, ist jedoch nicht das primäre Ziel.

Was Meditation bedeutet:

  • Den gegenwärtigen Moment zu finden und diesen bewertungsfrei zu akzeptieren.
  • Achtsam und erwartungslos in diesem gegenwärtigen Moment zu sein.
  • Dich selbst aufmerksam in diesem Moment zu beobachten.

Das klingt eigentlich ziemlich simpel oder?

Gegenwärtigkeit und Gewahrsein ist aber in unserer heutigen Zeit etwas, dass viele Menschen nur noch selten in ihrem Alltag finden. Hektik, Stress, Reizüberflutung und die Vielzahl an uns gestellter Anforderungen führen oft zu einem unbewusstes Eigenleben unserer Gedanken.

Immer geht uns irgendetwas durch den Kopf was noch zu erledigen ist. Unser Denken ist geprägt von Mustern, Bewertungen und Erwartungen, teils von Ängsten und Sorgen. Wir verbringen einen Großteil unserer Zeit damit, uns mit unserer Vergangenheit oder mit unserer Zukunft zu beschäftigen.

Der Zustand der Meditation lässt uns aus diesem ständigen Gedankenkarussell und dem wiederholten Durchleben von zukünftigen und vergangenen Ereignissen aussteigen und im Jetzt ankommen. Denn unser wirkliches Leben findet doch immer nur in genau diesem Jetzt, im gegenwärtigen Moment statt. Eckhart Tolle beschreibt das sehr treffend:

„Du kannst dich nicht selber finden, indem du in die Vergangenheit gehst. Du findest dich selber, indem du in die Gegenwart kommst.“

Eckhart Tolle

Ich hoffe, dass das Wort Meditation jetzt für dich etwas greifbarer geworden ist. Im nächsten Blogbeitrag werde ich dir über die vielen positiven Auswirkungen der Meditation berichten, die in den letzten Jahren durch zahlreiche wissenschaftliche Studien bestätigt wurden. Probiere bis dahin doch gern meine bestens für Einsteiger geeignete Soham-Meditation und tauche ein in das Jetzt und in den gegenwärtigen Moment 🙂

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